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VON
PETER MITTERMEIER
Weiler Der Feuerwehrler kniet auf der Haube des schwer beschädigten
Pkw, eine Glassäge in der Hand. In kurzer Zeit zieht er damit einen
Schnitt quer über die Scheibe. Das Autowrack ist eine von sechs
Station0en, an denen die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Weiler
in den vergangenen Wochen trainiert ha-ben. Jeder Helfer hat dabei
unter Anleitung eines Gruppenführers mit jedem Einsatzwagen der Wehr
gearbeitet. „Die gesamte Mannschaft lernt so den Einsatzwert unserer
Fahrzeuge“, beschreibt der stellvertretende Kommandant Armin Rochelt
das Ziel. Er ist für die Ausbildung der Wehr zuständig.
Sechs Einsatzfahrzeuge hat die Weilerer Feuerwehr. Jedes hat eine
andere Funktion und eine andere Ausrüstung.
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Über
sechs Wochen hinweg haben die Aktiven in Gruppen mit den Fahrzeugen
der Wehr geübt, jede an einem Abend mit einem anderen Auto. Die
Ausbildung erfolgt bewusst in Gruppen mit sechs Helfern. So muss
jeder selber Hand anlegen. Rochelt: „Keiner kann sich auf die
anderen verlassen und sagen, der macht das schon. Jeder kommt zum
Zug.“
„Sind keine Berufsfeuerwehr“
Das intensive Training ist aus Sicht der beiden Kommandanten nötig.
„Wir können uns nicht wie bei einer Berufsfeuerwehr spezialisieren“,
sagt Rochelt. Kommandant Roland Schlechta ergänzt, warum das so ist:
„Es gibt Ausflüge, Urlaubszeiten und schöne Tage im Sommer, in denen
weniger Aktive vor Ort sind. Da muss jeder im Ernstfall wissen, wie
er anpacken muss.“ |
Beispiel Mehrzweckfahrzeug: Der VW Bus hat unter anderem einen
Erste-Hilfe-Rucksack, Funk-technik und Einsatzpläne von Betrieben,
Heimen und Wohn-anlagen an Bord. Normalerweise fährt ein
Einsatzleiter in dem Auto mit, aber nicht immer. „Jeder Feuerwehrler
sollte wissen, wo die Pläne und Schlüssel für Brandmeldeanlagen sind
und was ich mit dem Erste-Hilfe-Koffer machen kann“, sagt Rochelt.
Beispiel zwei: das LF 16: Es hat umfangreiches Gerät zur
techni-schen Hilfeleistung an Bord, darunter Spreizer,
Rettungs-schere, Werkzeugkoffer und Glassäge. Bei jedem Einsatz
packen die Helfer das komplette Gerät aus und legen es auf eine
Plane, auf der die Ausrüstung eingezeichnet ist. Der Sinn: Jeder
Helfer soll sich bewusst sein, was die Wehr an Mitteln dabei hat und
was er einsetzen kann. |
Die
Handhabung üben die Wehrler an einem Fahrzeugwrack. Sechs davon hat
die Wehr in den vergangenen Wochen zerlegt, an jedem Übungsabend
eins. Die Helfer haben beispielsweise Scheiben zerschnitten, das
Dach abgenommen, Türen weggespreizt
– alles Arbeiten, die bei einem Unfall nötig sein können.
Beispiel drei: der Schlauchwagen. Er hat unter anderem 2000 Meter
Schlauch an Bord. In einer Flächengemeinde ist das wichtig, weil
nicht in jedem Weiler überall direkt Löschwasser verfügbar ist. Die
Wehrler haben bei der fahrzeugbezogenen Ausbildung unter anderem das
Verlegen einer Schlauchleitung aus dem fahrenden Auto heraus
trainiert. |